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Preisexplosion bei Frachtraten im Import Asien

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Kürzlich durften wir im Gespräch mit dem Spielwaren Verband Schweiz eine Einordnung der Marktentwicklungen im Import ab Asien vornehmen.

Das gesamte Interview im Wortlaut:

Die Preise für Seefracht aus Asien sind regelrecht explodiert, gemäss World Container Index um bis zu 198%. Was sind die Gründe?

Im Fokus stehen hier zwei Auslöser: Erstens ein künstlich erzeugter Mangel von Containern und Equipment, welcher seitens der Reeder in für sie profitablere Märkte wie den transpazifischen Verkehr verschoben wurden. Und zweitens eine Verknappung von Schiffsabfahrten, sogenannte "Blank Sailings", um Kapazitäten im Interesse des Reeders zu steuern. Der aktuell florierende Export aus China unterstützt hierbei das Vorgehen.

Zusätzlich werden Terminlieferungen mit einem Priority-Zuschlag belegt, bei vielen Reedereien 1000 USD, obwohl die Termine kaum haltbar sind. Sind massiv steigende Preise bei fallender Qualität die neue Realität in der Seefracht?

Für den heutigen aber auch für die bisherigen Preise sollte man eine saubere Abwicklung des Containertransports erwarten dürfen. Eine sogenannte "Shipping Guarantee" führt diese Selbstverständlichkeit jedoch ad absurdum.
Wenn man also wirklich eine saubere Abwicklung des Containers vom Reeder wünscht und sicherstellen möchte, wird hierfür ein Zuschlag erhoben. Legen wir den Gedanken auf andere Branchen um: ein Cappuccino im Café ohne Plastikstücke? Nur mit Aufpreis. Die neue Realität darf so etwas nicht werden.

Wir arbeiten mit unseren Kooperationspartnern und Interessen-Gemeinschaften intensiv als Fundamentalopposition zur sich sehr einig scheinenden Reederei-Riege.

Sind LKW- oder Bahn-Transporte aus Asien die Heilsbringer?

Sie können eine Option sein, aber sehr wahrscheinlich auch nur für einen gewissen Anteil des Transportaufkommens. Auch die Bahnbetreiber beobachten die aktuelle Entwicklung im Seefracht-Markt und ziehen bereits ihre Preise an und werden weiterhin reagieren. Gleichzeitig kann ein aktueller Vollzug etwa 100 TEU bzw. Container bewegen, wohingegen Container-Schiffe Platz für bis zu 24000 TEU bzw. Container bieten. Mit Blick auf Kapazität und Preise dürften daher beide Optionen vor allem eine Alternative für Güter sein, welche sonst per kostenintensiverer Luftfracht versendet werden müssten.

Wie sind die Aussichten für 2021?

In der Vergangenheit waren Vorstösse der Reeder, wie wir sie aktuell erleben, davon geprägt, dass die "Kleinen" der Branche aufgrund von Liquiditäts-Problemen und ihrem Ziel, der Sicherung von Marktanteilen, folgend, früher oder später eingebrochen sind, und durch günstigere Raten für eine Umkehr gesorgt haben. Durch die diversen Übernahmen und Zusammenschlüsse der Reeder in den letzten Jahren sind jedoch die damaligen Kandidaten für ein solches Ausscheren Teil von finanzkräftigen Organisationen geworden und eng in die Management-Ideologie eingebunden. Ein erstes Signal für das gesamte Jahr wird daher die Ratensituation nach dem Chinesischen Neujahr bieten.

Was bedeutet dies für die Spielwarenbranche?

Sollte das Bestreben der Reeder über das Chinesische Neujahr hinaus Bestand haben, so wird zu einer Verstärkung des Drucks sicher auch eine der Überlegungen sein müssen, verstärkt mit Lieferanten im europäischen Ausland zu sprechen. Gute Partnerschaften werden durch solche Umstände immer wichtiger. Es braucht ausreichend breit aufgestellte Transport- und Logistikpartner, welche gleichzeitig noch nah genug am Kunden – also an Ihnen – sind, um Situationen zu verstehen und Bedürfnisse zu erkennen.

Was heisst das konkret?

Der passende Partner wird in einer solchen Situation Enabler sein. Statt problemorientiert auf Anweisungen zu warten wird er lösungsorientiert das Maximum an Problemen von Ihnen als Kunde fernhalten. So können Sie flexibel auf derartige Marktsituationen reagieren und gleichzeitig durch einen konstanten, leistungsstarken Partner Ihre Liefertreue und Qualitätsstandards sichern.

Vielen Dank für das interessante Gespräch.

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